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Nachruf auf Hans-Werner Drawin

Dr. Hans-Werner Drawin ist nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren von uns gegangen. Er war Ehrenmitglied der deutschen Sektion der AIACE, der er seit fast drei Jahrzehnten angehörte. Viele werden sich an die Jahre 2001-2008 erinnern, als er das Amt des Schriftführers im Vorstand unserer Vereinigung innehatte.

Ich erinnere mich gerne an unsere langjährige gemeinsame Tätigkeit als wissenschaftliche Beamte der Europäischen Atomgemeinschaft in der „Association EURATOM-CEA“, zunächst in Fontenay-aux-Roses bei Paris, später in Cadarache in der Provence. Unser Arbeitsgebiet war die Plasmaphysik mit Ausrichtung auf die kontrollierte thermonukleare Fusion.

In unserer Euratom-Gruppe, die aus Physikern, Ingenieuren und Technikern der verschiedenen Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaften bestand, wurde Hans-Werner Drawin sowohl wegen seiner offenen, freundlichen Art als auch wegen seiner wissenschaftlichen Kompetenz allseits sehr geschätzt. Unsere Gruppe lebte vom steten Austausch sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf menschlicher Ebene; in ihr war der Gedanke eines vereinten Europa schon damals greifbar und real.

Hans-Werner Drawin war nicht nur Physiker, er war auch Kunstmaler. Wenn wir ihn und seine Frau besuchten, schauten wir immer mit Bewunderung auf seine aussagestarken Bilder an den Wänden in seiner Wohnung. Ein weit umfangreicherer Einblick in sein Werk bot sich natürlich in den von ihm organisierten Ausstellungen. Im Deutschen Sektionskurier Nr.5 (Juli 2010) veröffentlichte er einen tiefgründigen Aufsatz über die Gemeinsamkeiten von Naturwissenschaft und Kunst. Dieser Aufsatz, dem auch ein kurzer Abriss seines Lebenslaufs vorangestellt ist, kann in unserem Internetauftritt noch unter https://www.aiace-de.eu/wp-content/uploads/2021/03/Kurier-Nr-05.pdf (siehe S. 23) nachgelesen werden.

Wir werden Hans-Werner Drawin ein ehrendes Andenken bewahren.

Dietrich Voslamber